von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann nach John Gay’s „The Beggar‘s Opera“
Willkommen im Londoner Soho der Dreigroschenoper – einem Ort, an dem Moral verhandelbar ist und Anstand nur eine Frage des Preises. Im Zentrum steht der berüchtigte Gangster Macheath, genannt Mackie Messer: charmant, elegant und ebenso skrupellos. Dank seiner Beziehungen zum Polizeichef Tiger Brown bewegt er sich scheinbar unantastbar zwischen Unterwelt und Bürgertum. Doch Mackies heimliche Hochzeit mit Polly Peachum, der Tochter des Bettlerkönigs Jonathan Peachum, bringt das fragile Gleichgewicht ins Wanken. Peachum betreibt mit seiner Firma „Bettlers Freund“ ein perfides Geschäft: Er organisiert Londons Bettler, stattet sie mit passenden Kostümen aus und kassiert einen Großteil ihrer Einnahmen.
Als Peachum von der Hochzeit erfährt, erklärt er Mackie zum Feind und plant, ihn an den Galgen zu bringen. Verrat, Intrigen und Eifersucht treiben die Handlung voran: ehemalige Geliebte liefern Mackie an die Polizei aus, er entkommt kurzzeitig, wird jedoch erneut gefasst und schließlich zum Tode verurteilt. Brecht entlarvt eine Gesellschaft, in der sich Gauner, Geschäftsleute und Staatsmacht kaum unterscheiden.